Am 07.10.2018 wurde der Kulturweg eröffnet, er kann vom Bahnhof Laufach oder vom Haltepunkt Heigenbrücken begonnen werden, die Rückfahrt ist per Zug möglich.
Laufach und Heigenbrücken sind zwei Spessartdörfer, deren Ursprung in der historischen Nutzung ihrer Rohstoff-Ressourcen zu suchen ist. Ging es dabei in Laufach um Eisenerz, das vor Ort verarbeitet wurde, so stand in Heigenbrücken die Glasproduktion im Vordergrund, für die ausreichend roter Quarzsand und Energie in Form von Holz für die Glasschmelze zur Verfügung stand.
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert änderten sich die Voraussetzungen massiv. Die Produktion wanderte in die Ballungsräume wie z.B. das Rhein-Main-Gebiet, die Spessarter blieben zurück und verarmten. Mit der Eröffnung der "Ludwigs-Westbahn" im Oktober 1854 wendete sich für die beiden Gemeinden vieles zum Guten. Sie erhielten Anschluss an die große Welt und sie nutzten diese Chance.
Für die Einwohner beider Orte war der Bahnbau die erste Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse, denn hier boten sich vor Ort neue Arbeitsplätze. Lohn und Brot versprach die Bahn aber auch durch die Verbindung zu den Fabriken nach Aschaffenburg oder Frankfurt.
Für die Firma Düker und andere Betriebe in Laufach brachte der Bahntransport einen enormen Standortvorteil, denn Rohstoffe und Produkte konnten nun wesentlich günstiger transportiert werden. Ebenso profitierte Heigenbrücken nun vom Transport von Grubenholz ins Ruhrgebiet und rotem Buntsandstein zu den Baustellen im Frankfurter Raum.
In der Landschaft fallen die Bahnlinie und besonders die damit verbundenen Tunnelbauten ins Auge. Zu Beginn des Bahnbetriebes mussten die Züge geteilt werden um die Steilrampe zu bezwingen, bald jedoch wurden Schiebeloks in Laufach stationiert um den immer länger und schwerer werdenden Zügen über den Berg zu helfen. Die betriebliche Besonderheit des Schubbetriebs lockte jahrzentelang ganze Scharen von Eisenbahnfreunden an die Rampe.
Ab 2013 wurde eine komplett neue Trasse durch den Spessart- Hauptkamm gesprengt und 2017 wurde der 1854 eröffnete Schwarzkopftunnel geschlossen.
Entlang des Weges erfahren Sie von den Umwälzungen, die mit der Eisenbahn im Laufach- und Lohrbachtal verbunden sind.
Zahlreiche Menschen und Institutionen, wie die Gemeinden Laufach und Heigenbrücken, Archäologisches Spessartprojekt, Spessartbund, Eisenbahnfreunde Kahlgrund und die örtlichen Geschichtsvereine hatten sich in der AG Kulturweg Laufach/Heigenbrücken zusammengefunden um dieses Projekt zu verwirklichen.
Weitere Informationen: www.spessartprojekt.de