Seit dem 15.06.2017 ist sie Geschichte, die markante Bergstrecke mit ihrem Schiebelokbetrieb und dem Schwarzkopftunnel. Am 25.05.2017 wurde ihr ein würdiger Abschied bereitet.
Als 2013 die Bauarbeiten an der Neubaustrecke begannen, schien das Ende der alten Bergstrecke noch in weiter Ferne zu liegen. So kamen nun bei den unwiderruflich letzten Fahrten die Rampe hinauf und herunter recht wehmütige Gefühle auf, unser Verein beschäftigt sich seit der Gründung mit der Geschichte dieser Strecke und viele von uns haben über die Jahre unzählige Stunden zum fotografieren dort verbracht.
Zum Glück sind sich die Gemeinden Laufach und Heigenbrücken ihrer Eisenbahngeschichte bewußt und so entsteht bis 2018 ein Kulturwanderweg zwischen den beiden Orten. Die Tunnelportale und das Bahnhofsgebäude von Heigenbrücken gehen auf die Gemeinden über und zusammen mit weiteren markanten Punkten entlang des Kulturwanderweges werden sie die Erinnerung an die legendäre Spessartrampe wachhalten. Eine schöne und hochinteressante Aufgabe für unseren Verein ist das Einbringen unserer Kenntnisse zur Eisenbahnhistorie in die Arbeitskreise zur Planung des Kulturwanderweges.
Diesem hohen Engagement der beiden Gemeinden ist auch der Abschiedstag an Himmelfahrt zu verdanken, die Museumseisenbahn Hanau und DB Cargo wurden mit ins Boot geholt. In Laufach fand ein großes Bahnhofsfest mit mehr als 6000 Besuchern statt, in der Fahrzeugschau wurden von DB Cargo und Westfrankenbahn die Baureihen 140, 150, 194, 218 und Gravita ausgestellt. Der Höhepunkt waren jedoch die Rampenfahrten mit dem Museumszug aus Hanau zwischen Aschaffenburg und Heigenbrücken, wechselweise bespannt mit der Gastlok 5519 (BR 42) aus Luxenburg und der vereinseigenen 50 3552. Im Vorverkauf waren binnen weniger Minuten die Fahrkarten der drei geplanten Fahrten weg, auch eine daraufhin beantragte 4. Trasse und die Verlängerung des Zuges bis zur maximalen Bahnsteiglänge in Heigenbrücken konten die Nachfrage nicht vollständig befriedigen. Zwischendurch verkehrte der Foto-Güterzug von DB Cargo mit 140 und, als Schublok, 194. Gegen Abend wurde sogar noch ein regulärer Kesselwagenzug von der 194 über den Berg geholfen. Als wäre das alles noch nicht genug, verkehrte ein weiterer Sonderzug der Historischen Eisenbahn Frankfurt mit 01 118, geschoben von der 194, zweimal an diesem Tag von Frankfurt nach Lohr und zurück. Welchen Bekanntheitsgrad diese Rampenstrecke besitzt, zeigte sich auch an den Scharen von Fotografen, die den ganzen Tag über jeden nur möglichen Fotostandpunkt zwischen Laufach und Heigenbrücken besetzten.
Es war ein unvergesslicher Tag, sowie ein der bahnhistorischen und technikgeschichtlichen Bedeutung dieser Strecke gerecht werdender Abschied. Man muß allen Beteiligten herzlich dankbar sein für diesen Tag.
In unserem Vereinsheim kann auch weiterhin der Rampenbetrieb im Maßstab 1:87 auf unserer Anlage "Spessartrampe" nachempfunden werden, und versprochen: wir werden keinen neuen Tunnel bohren.